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Action Flows: was den ZIS-Umweg heute ersetzt

Der ZIS-Umweg sprengte einmal eine Produktgrenze: Datentransformation zwischen zwei Systemen, zusammengebaut über einen ZIS-Inbound-Webhook, ohne Oberfläche, mit Debugging im Blindflug. Diese Grenze gibt es nicht mehr. Was damals Eigenbau war, heisst heute Action Flows und ist Teil des Produkts.

Was Action Flows mitbringen

Der Werkzeugkasten deckt ab, was ein Workflow braucht:

  • Schleifen und While-Loops: über Listen iterieren, wiederholen bis zur Bedingung.
  • Bedingungen: Verzweigungen im Ablauf. Verschachteln lassen sie sich (noch) nicht, komplexe Logik will also flach gedacht sein.
  • Custom Code: für alles, was die Bausteine nicht hergeben. Läuft ausschliesslich synchron, der Flow wartet also auf das Ergebnis, bevor es weitergeht.
  • API-Calls, der Kern: Systeme anfragen, Antworten weiterverarbeiten.
  • Standard-Konnektoren: fertige Anbindungen etwa an Outlook. Mit einem Haken: Pro Flow lässt sich kein unterschiedliches Konto verbinden. Wer aus verschiedenen Flows mit verschiedenen Postfächern arbeiten will, merkt beim Testen, dass eine separate API-Verbindung über Custom Actions nötig ist.
  • Custom-Agent-Schritte: ein Flow kann auch interpretieren lassen. Ein Custom Agent übernimmt als einzelner Schritt die Stelle, an der Wenn-dann nicht mehr reicht.

Der grösste Unterschied zu ZIS steht nicht in der Feature-Liste: Es gibt eine Oberfläche. Bauen, anpassen und debuggen passiert visuell statt in JSON-Definitionen. Die Wartung wandert vom Spezialisten zurück ins Admin-Team. Dafür gilt statt des Gratis-Etiketts von ZIS eine Nutzungslimite. Sie ist grosszügig bemessen, aber sie existiert und gehört in die Planung.

📸 Screenshot noch einzufügen Visueller Action-Flow-Canvas mit mehreren Schritten (Branch, Custom Code, API-Call). public/werkstatt/bauplaene/action-flows/action-flow-canvas.png
Der sichtbare Unterschied zu ZIS: eine Oberfläche. Bauen, anpassen und debuggen läuft visuell.

Würde ich heute noch ZIS bauen?

Nein, und zwar ohne Hintertür. Für alles Neue sind Action Flows der Standardweg: intuitiver in Bau und Betrieb, und mächtig genug für das, wofür früher der Umweg nötig war. ZIS wird damit vermutlich nicht mehr benötigt.

Und der Bestand?

Bleibt die Frage nach den ZIS-Konstrukten, die schon laufen. Niemand baut einen stabilen Flow zum Spass um. Aber zwei Dinge sprechen dagegen, sie einfach zu vergessen.

Erstens die Wartung: Jede künftige Änderung bleibt in ZIS Handarbeit im JSON. Wer einen bestehenden Flow ohnehin anfassen muss, baut ihn bei der Gelegenheit besser gleich als Action Flow neu, statt weiter zu flicken. Die Änderung ist der natürliche Migrationsanlass.

Und zweitens eine Frage, die weder du noch ich beantworten: wie lange Zendesk den Service überhaupt aufrechterhält. Angekündigt ist nichts. Aber ein Werkzeug ohne Oberfläche, dessen Aufgaben der Nachfolger übernommen hat, pflegt kein Hersteller ewig. Wer heute noch ZIS im Einsatz hat, sollte die Ablösung zumindest skizziert in der Schublade haben: Der Umbau soll geplant passieren und nicht unter Zeitdruck, falls der Stecker eines Tages gezogen wird.

Einordnung in die Karte

Deterministische Abläufe gehören heute in Action Flows; dazu zählt fast alles, was früher über ZIS lief. Wo im Ablauf interpretiert statt nur verarbeitet werden muss, beginnt das Feld der Custom Agents. Die Entscheidungshilfe dazu steht im Bauplan Flow Builder, Action Flows, Advanced oder Custom Agent.

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